Warum lohnt es sich, für das Meßdorfer Feld aktiv zu werden? Aus der Vielzahl von Gründen, die für die Freihaltung des gesamten Meßdorfer Feldes sprechen, sind drei besonders einleuchtend:
1. Erholung und Erlebnis
Für viele Tausend Bürger aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ist das 170 Hektar große Meßdorfer Feld zwischen den Ortsteilen Lessenich/Meßdorf, Dransdorf, Endenich und Duisdorf ein lohnenswertes Ausflugsziel in Bonn. Sie schätzen seinen vielfältigen Wert als ein Stück ihrer Lebensqualität.
Weg zwischen Lessenich-Meßdorf und Endenich/Duisdorf.
Foto: Bettina Miller
Belege:
a) Diplomarbeit von Rainer Floren (1995), Universität Bonn
Die Ergebnisse in Stichworten: Pro Woche finden mehrere Tausend Besucher Ruhe und Erholung auf dem Meßdorfer Feld. Das Einzugsgebiet reicht dabei über das für vergleichbare Flächen übliche Maß weit hinaus. Am Feld schätzen die befragten Besucher u.a.: Gute Luft, ebene Wege, freie Sicht bis zum Vorgebirge, Kreuzberg etc.; Erlebbarkeit von Landschaft, Jahreszeiten und landwirtschaftlicher Tätigkeit; Kontakt zur Natur; pädagogische Aspekte.
b) Umfrage (nicht repräsentativ) der CDU Endenich (1999)
Ergebnisse in Stichworten: Die befragten Endenicher wollen das Meßdorfer Feld als Freifläche erhalten. Die Zukunft des Feldes ist für 87% der Antwortenden wichtig. Eine gewerbliche Nutzung finden nur 6% gut, eine vollständige Wohnbebauung 11%. Auch eine erweiterte Randbebauung wird nur von 14% begrüßt. Fazit für die CDU Endenich damals: Feld als Freifläche im Sinne des Bürgerwillens erhalten!
c) Diplomarbeit von Erik Schmidt-Wergifosse (2000), Universität Bonn
Ergebnisse in Stichworten: Das Meßdorfer Feld bietet reichhaltiges Potenzial zum Erleben von Kultur und Natur. Es wurde ein umfangreiches inhaltliches Konzept für einen Naturlehrpfad über das Meßdorfer Feld geschaffen, angeregt und unterstützt durch die Stadt Bonn.
Winterspiele auf dem Meßdorfer Feld.
Foto: Bettina Miller
2. Freiraumfunktion
Nicht nur zur Sicherung der unmittelbar empfundenen Lebensqualität der Menschen, sondern auch aus ökologischen Gründen ist die Freihaltung des Meßdorfer Feldes erforderlich.
Beleg:
Integriertes Freiraumsystem (IFS) der Stadt Bonn
Mit Ausgleichsmitteln des Bundes finanziert, zeigt das IFS der Stadt für ihren Strukturwandel weitere bauliche Entwicklungsmöglichkeiten ebenso auf wie erhaltenswerte Freiräume. Grundlegende Zielsetzung dabei: Erhaltung des ökologischen Status Quo bei gleichzeitigem Aufzeigen weiterer (baulicher) Entwicklungsmöglichkeiten im Stadtgebiet. – Aussage zum Gebiet „Am Bruch“: Fläche zählt zum Kernbereich des Freiraumsystems in Bonn. Auf eine Bebauung sollte verzichtet und der Flächennutzungsplan, der hier noch Wohnbauland vorsieht, geändert werden.
Ökologische Vielfalt.
Foto: Bettina Miller
3. Klima
Das gesamte Meßdorfer Feld erfüllt wichtige klimatische Wohlfahrtswirkungen, die nicht nur die Erholungssuchenden, sondern auch die Anwohner in Bonn und Hardtberg in ihren Wohnvierteln spüren – und schätzen.
Belege:
a) Klimagutachten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Bonn (1990)
Aussagen zum Gebiet „Am Bruch“: <<Gegen eine Bebauung dieser Freifläche in Duisdorf entlang der Bahnlinie bestehen erhebliche Bedenken.>>
b) Sondergutachten Otte/DWD für das Gebiet „Am Bruch“ (1992)
<<Die Einstufung der Wohnbaufläche im Stadtklimagutachten Bonn mit „erheblichen Bedenken gegen Bebauung“ wird durch die Messungen bestätigt. Insofern wäre ein Verzicht auf jegliche Bebauung („Nullvariante“) stadtteilklimatologisch die beste Lösung und die Variante „vollständige Bebauung“ abzulehnen.>>
Versuche, bestimmte Bereiche wie das Gebiet „Am Bruch“ aus dem Meßdorfer Feld herauszudefinieren, wurden bisher nur von der CDU registriert. Alle anderen Bonner Parteien hielten sich vor der Kommunalwahl 2004 an die landläufige Bezeichnung und Abgrenzung des Meßdorfer Feldes. Auch die Stadtverwaltung hatte vormals wiederholt mitgeteilt, dass dieser Bereich zum Meßdorfer Feld gehört. Aus klimatischer Sicht hatte dies 1990 der Deutsche Wetterdienst (Wetteramt Essen) in seinem Gutachten betont.
Aus Hecken werden Häuser, Projekt der Expo 2000, zu besichtigen auf dem ehemaligen Gelände der Stadtgärtnerei
Foto: Bettina Miller
4. Luftbilder
Quelle: Stadtplanungsamt Bonn
Quelle: Stadt/GA-Archiv